Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, hat an die Europäische Kommission appelliert, den Revisionsentwurf der EU-Ökolandbau-Verordnung grundlegend zu überarbeiten. Der bisherige Entwurf mit Sondergrenzwerten für den Ökolandbau sei praxisfern und nicht zu realisieren. In einem Schreiben forderte Rukwied am Freitag vergangener Woche Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, sich im Agrarrat für einen grundlegenden Neustart des Revisionsprozesses einzusetzen, wie es auch vom Europäischen Parlament verlangt wird. Gleichzeitig dankte der DBV-Präsident Schmidt für seine „klare Haltung“ bei der Ablehnung von Sondergrenzwerten in der Ökolandbau-Verordnung. Einigkeit bestehe darin, dass die Koexistenzfähigkeit verschiedener Formen der Landwirtschaft gesichert bleiben müsse. Ursprünglich wollten sich die Mitgliedstaaten im Dezember unter slowakischer Ratspräsidentschaft auf eine grundlegende Ausrichtung zur geplanten Revision verständigen. Diese Einigung war aber gescheitert. Nun wird es einen neuen Anlauf unter den Maltesern geben. Verschiedene EU-Parlamentarier hatten die Trilogverhandlungen zwischen Rat, Parlament und Kommission bereits für gescheitert erklärt und sich für einen Neuanfang bei der Überarbeitung der bestehenden Regelung ausgesprochen.