03 - Aktuelles Greening bringt wenig für die Artenvielfalt

Der von den Landwirten in Deutschland und anderen EU-Ländern im Rahmen des Greening der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stark favorisierte Anbau von Stickstofffixierern sowie von Zwischenfrüchten bringt für die Artenvielfalt nicht viel.

Foto: agrar-press

Dagegen sind Pufferstreifen und Brachland besonders wichtig für die Biodiversität, auch spezielle Landschaftsstrukturen, wie etwa Hecken oder traditionelle Steinmauern. Dieses Resümee haben Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) gemeinsam mit Kollegen der Universitäten in Göttingen, Wien, Bern, Klagenfurt und Toulouse sowie des Instituts für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) in Mannheim gezogen. Wie das UFZ am Mittwoch vergangener Woche berichtete, wurden dazu die Erfahrungen von 88 Ökologen aus 17 europäischen Ländern ausgewertet, die sich speziell mit Agrarökosystemen beschäftigen. Der Göttinger Agrarökonom Dr. Sebastian Lakner bilanzierte, dass der Steuerzahler für sein Geld „nur eine geringe Gegenleistung in Form von Artenvielfalt“ erhalte. Eine Ausweitung der ökologischen Vorrangflächen von 5 % auf 7 %, wie sie die EU-Kommission derzeit diskutiere, würde die Lage nach Ansicht der Wissenschaftler nur wenig verbessern, so Lakner weiter. Wichtiger sei es, jene Vorrangflächen abzuwerten oder abzuschaffen, die kaum oder gar keinen Nutzen für die Biodiversität brächten. Der Agrarökonom plädiert für eine Aufwertung der ökologisch wertvollen Varianten über einen größeren Faktor. Einige Maßnahmen, wie etwa die Aufforstung, könnten nach Auffassung der Forscher ganz aus dem Katalog gestrichen werden. Die ökologisch wertvollen Pufferstreifen sollten hingegen in allen EU-Staaten auf der Liste der Greening-Optionen stehen, was bisher nicht der Fall sei.