Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat davor gewarnt, die Krise am Milchmarkt abzuhaken und zugleich seine Forderung nach effizienteren Kriseninstrumenten bekräftigt. Verbandssprecher Hans Foldenauer stellte am Mittwoch vergangener Woche in Berlin fest, dass die aktuelle Erholung des Milchmarktes nach Einschätzung von Erzeugern wie auch Molkereivertretern auf „tönernen Füßen“ stehe. Selbst bei geringen Produktionsveränderungen sei davon auszugehen, dass die Milchpreise wieder stark unter Druck gerieten. Es gebe daher keinen Anlass, sich zurückzulehnen und zu meinen, dass es keinen akuten Handlungsbedarf gebe, so Foldenauer. Nach Einschätzung von BDM-Vorstand Karsten Hansen sind bei den aktuellen Auszahlungspreisen von 30 Cent bis 35 Cent/kg Milch nicht einmal die besten Betriebe in der Lage, Rücklagen zu bilden. Vor diesem Hintergrund warnten Hansen und Foldenauer auch vor einer kurzfristigen Auslagerung der Interventionsbestände der EU. Diese würde in der aktuellen Phase einer weitergehenden Erholung des Milchmarktes im Wege stehen. Nötig sei vielmehr ein aktives Gegensteuern gegen Marktkrisen, betonte die BDM-Spitze. Dazu müssten die Vertragsbeziehungen zwischen Erzeugern und Verarbeitern dringend verbessert sowie das Sicherheitsnetz für den Milchmarkt effizienter ausgestaltet werden.