Wenig Hoffnung auf einen baldigen Ersatz von Importsoja durch heimische Alternativen können Fachleute des Grain Club machen. Der Vorsitzende der Sektion „Markt und Gemeinsame Agrarpolitik“ beim EU-Dachverband des Getreidehandels (COCERAL), Dr. Oliver Balkhausen, wies am Mittwoch vergangener Woche in Berlin darauf hin, dass allein für die Versorgung des deutschen Futtermittelmarktes jährlich rund 7 Mio. t Rohprotein nötig seien, wovon Sojaschrot rund 28 % ausmache. Der daraus resultierende Importbedarf entspreche gut 4,2 Mio. t im Jahr. Ein Ersatz durch in Europa erzeugte Leguminosen beziehungsweise Ölsaaten wäre nach Einschätzung von Balkhausen unrealistisch, da dies beispielsweise die zusätzliche Erzeugung von rund 9 Mio. t Raps erfordern würde. Dabei stoße der Rapsanbau schon heute in vielen EU-Staaten an seine Grenzen. Auch die Erzeugung von Erbsen, Ackerbohnen und Soja könne in Europa zumindest ohne hohe Subventionen nicht so weit gesteigert werden, dass ein umfangreicher Verzicht auf Importe vom Weltmarkt möglich sei. Dies spreche aber nicht gegen einen weiteren Ausbau dieser Alternativen, sagte Balkhausen.