Nach dem Wegfall der europäischen Quotenregelung für Zucker am 1. Oktober dieses Jahres dürften sich die Entwicklungen am Weltmarkt zukünftig stärker auf dem Binnenmarkt bemerkbar machen. Darauf hat die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) am Donnerstag vergangener Woche in Bonn hingewiesen. Der WVZ-Vorsitzende Dr. Hans-Jörg Gebhard gab allerdings zu bedenken, dass die deutschen und europäischen Erzeuger dann nicht mehr an die Begrenzung der EU-Ausfuhren durch die Vorgaben der Welthandelsorganisation (WTO) gebunden seien. Dadurch würden sich Chancen ergeben, erklärte Gebhard. Nach den einschneidenden Anpassungen durch die Reform der Zuckermarktordnung von 2006 hätten sich Zuckerrübenanbauer und Unternehmen der Zuckerindustrie auf die damit verbundenen Änderungen vorbereitet. Nun gelte es angesichts der bevorstehenden weiteren Liberalisierung des europäischen Zuckermarktes, kontinuierlich an der weiteren Verbesserung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu arbeiten. Indes hält die WVZ Marktmaßnahmen vor dem Ende der Quotenregelung nicht für notwendig. Die EU-Kommission müsse vielmehr alles vermeiden, was zu einer Destabilisierung des Marktes führen könnte.