Ungeachtet der gedämpften Aussichten an den Agrarmärkten bleiben landwirtschaftliche Nutzflächen für Käufer interessant. Das ist beim diesjährigen agrarmanager-Bodenforum am Dienstag vergangener Woche in Berlin deutlich geworden. Wie Andreas Tietz vom Thünen-Institut (TI) für Ländliche Räume mit Blick auf die rasant steigenden Preise feststellte, können derzeit am deutschen Bodenmarkt zwar manche Parallelen zur Marktentwicklung in den Vereinigten Staaten in den siebziger und achtziger Jahren gezogen werden, die in einem deutlichen Rückschlag für die Preise endeten. Nicht zuletzt aufgrund soliderer Rahmenbedingungen kann er aber noch keine Anzeichen für eine Spekulationsblase am hiesigen Bodenmarkt erkennen. Unterstützung bekommt der Bodenmarkt nach Darstellung des Steuerberaters Dr. Marcel Gerds in hohem Maße vom Paragraphen 6b des Einkommensteuergesetzes, das den Gewinn aus Bodenverkäufen für vier Jahre steuerfrei stellt. Da der Erlös innerhalb dieser Frist aber wieder in feste Güter reinvestiert werden muss, bringt der Paragraph Gerds zufolge eine hohe Dynamik in den Markt. Nach Einschätzung des Sachverständigen Christian Bödecker dürfte die Investition in Boden aber auch aus anderen Gründen sowohl aus Sicht der Bauern als auch der Banken attraktiv bleiben.