Eine Importsperre für landwirtschaftliche Produkte, die auf zuvor gerodeten Waldflächen hergestellt worden sind, haben das Bundesentwicklungsministerium und der World Wide Fund for Nature (WWF) gefordert. Aktuell gingen bis zu 80 % der weltweiten Waldverluste auf das Konto der Landwirtschaft, erklären das Ressort und die Umweltschutzorganisation in einem gemeinsamen Positionspapier, das sie am Mittwoch vergangener Woche auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin vorgestellt haben. Setze sich der Trend wie bisher fort, seien bis 2030 voraussichtlich zusätzliche 170 Mio. ha Wald zerstört. Insbesondere der Anbau von Palmöl, Sojabohnen, Kautschuk und Kakao sowie die Rinderhaltung heizten die Rodungen weltweit an. Darunter litten unter anderem die lokale Bevölkerung, das Klima und die Umwelt sowie die Biodiversität. Vor diesem Hintergrund fordern die beiden Organisationen, die in der Europäischen Union aktuell nur für Biokraftstoffe geltenden Nachhaltigkeitsmindeststandards auch auf Lebensmittel auszuweiten. Außerdem solle die deutsche Politik die Beschaffungskriterien für den öffentlichen Sektor entsprechend anpassen, damit zumindest für Produkte in diesem Bereich kein Wald mehr gerodet werde. Schließlich müsse die Wirtschaft ihre bestehenden freiwilligen Selbstverpflichtungen endlich umsetzen.