Winterraps kann insgesamt bis zu 300 kg/ha N aufnehmen. Hiervon werden bereits im Herbst 60 bis 80 kg/ha N im Aufwuchs gebunden. Auch höhere Bodenvorräte werden abgeschöpft, sodass der Raps insgesamt zu Vegetationsende immer für relativ leere Böden sorgt. Diesem positiven Effekt des Rapsanbaues steht der Nachteil gegenüber, dass vom aufgenommenen Stickstoff nur knapp die Hälfte im abgefahrenen Erntegut enthalten ist. Der übrige Stickstoff befindet sich im vegetativen Aufwuchs der Stängel, Blätter und Schoten. Die Blätter fallen während der Abreife ab und werden recht schnell zersetzt. Zusammen mit der guten Bodengare nach Raps, die die weitere Mineralisation nach der Ernte fördert, kommen so regelmäßig vergleichsweise hohe Rest-Nmin-Werte zustande. Das nachfolgend angebaute Wintergetreide – in der Regel Winterweizen – kann davon nur einen kleinen Teil im Herbst abschöpfen. Düngergaben, die über das Optimum hinausgehen, führen zu erhöhten Nmin-Werten im Herbst und zum Ansteigen der Stickstoffsalden. Deshalb ist besonderer Wert auf die möglichst genaue Kalkulation der benötigten Düngermenge zu legen. Eine suboptimale Düngung ist ebenso wenig zielführend, da dadurch das standortspezifische Ertragspotenzial nicht ausgeschöpft, der Deckungsbeitrag gemindert wird und die Nährstoffentzüge reduziert werden.
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