07 - Selbstbewusst an die Öffentlichkeit

Foto: landpixel

Der Präsident des Deutschen Kartoffelhandelsverbandes (DKHV), Thomas Herkenrath, hat die Branche dazu aufgerufen, die Sorgen und Nöte der Verbraucher ernst zu nehmen und sich selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Er stellte fest, dass Kartoffeln nach wie vor ein wichtiges Grundnahrungsmittel seien und in Anbau, Aufbereitung und Vertrieb bestens die hohen ethischen Anforderungen der Verbraucher und deren Wunsch nach einer gesunden Ernährung erfüllen könnten. Die Kartoffelbranche müsse sich nur selbstbewusster präsentieren, um vom Konsumenten positiv wahrgenommen zu werden.

Resistenzmanagement im Blick

Die Situation im Kartoffelanbau dürfte in den nächsten Jahren schwerer werden. Wie die Leiterin des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Carolin von Kröcher, auf der Mitgliederversammlung der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft feststellte, müssen sich die Praktiker mit zunehmenden Resistenzen gegen wichtige Mittel zur Bekämpfung von Kartoffelkrankheiten und Schaderregern ausei­nan­dersetzen. Dem stehe ein eher kleiner werdendes Wirkstoffspektrum gegenüber, da bei etlichen Mitteln die Zulassung auslaufe und der behördliche Zulassungsstau in Deutschland verhindere, dass neue Mittel rechtzeitig auf den Markt kämen. Da sie in der Zulassungspraxis keine Verbesserungen erwartet, werden nach ihrer Einschätzung Resistenzvermeidung und die strikte Befolgung der Regeln des integrierten Pflanzenschutzes immer wichtiger. Hier nimmt die Pflanzenschutzexpertin auch die Landwirte in die Pflicht. Manche der heutigen Probleme wären bei Beachtung der ackerbaulichen Grundsätze vermeidbar gewesen oder zumindest nicht in ihrer jetzigen Ausprägung aufgetreten, so Kröcher. Fragen der Fruchtfolge, der Sortenwahl und nachhaltige Bekämpfungskonzepte müssen nach ihrer Überzeugung künftig wieder stärker in den Fokus rücken.