08 - Folgekosten beachten

Konventionell erzeugte Lebensmittel unterliegen nach Einschätzung verschiedener Umweltschutzvertreter einer verzerrten Preispolitik, die soziale, gesundheitliche und umweltrelevante Folgekosten ausblendet. Unter dem Titel „Die wahren Kosten der Preise“ diskutierten sie am Donnerstag vergangener Woche auf der Biofach in Nürnberg alternative Bepreisungsmodelle, denen Ökoprodukte als „ehrliches Vorbild“ vorangestellt wurden, da deren Produktion ökologische Schutzmaßnahmen beinhalte und die Kosten dafür in Preise umschlage. Die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast sprach sich für eine „umfassende Bilanzierung“ der Erzeugungskosten für Nahrungsmittel aus, die in die öffentliche Debatte gezogen werden müssten. Die Aufmerksamkeit der Bevölkerung für mittelbare monetäre Auswirkungen von Umweltbelastungen lassen sich laut Künast nur über eine „Internalisierung der Kosten“ in die Lebensmittelpreise erreichen.