08 - Su lang mer noch am lääve sind ...

Su lang bei de Buure die Leechter noch brenne, su lang han die Jröne noch jet zu schänge, die Ruude jet zu kamelle und die Schwatze jet zu belle. Jo, su lang sterven de Buure nit us. Und de Lück könne lure, op de Eier, op de Prumme, op de Buure.

Nichts anderes steckt hinter dem politischen Diskurs, bei dem sich derzeit alles um die Landwirtschaft dreht. Auf der einen Seite steht eine politische Gruppe und eine vermeintliche Elite der Bevölkerung, die alle Facetten der landwirtschaftlichen Produktion hinterfragen und das Tun der Bauern anprangern. Auf der anderen Seite stehen die Verbraucher, die mehrheitlich kaum ihre Konsumgewohnheiten verändern und das rote Sonderangebots-Preisschild weiter beim Einkauf bevorzugen. Auch wenn der Verbraucher den Bauern sein Vertrauen ausspricht, müssen wir den politischen Diskurs doch annehmen …, denn: nur su lang blieve mer am lääve.

Aber, was geht da ab, su lang die „ruude Barbara“ in Berlin die Umwelt hütet? Neue Bauernregeln – eine Rakete, die zum Rohrkrepierer wurde. Denn Buure sind wachsam und checken die Fakten. Jetzt haste den Salat und muss met Buure schwade und die Gutmenschen beruhigen. Warum bist Du eigentlich auf die Idee mit dem Fleischverzicht bei den Veranstaltungen in deinem Ministerium gekommen? Ja, leev Barbara, da hast Du wohl nicht nachgedacht! Dat bringt doch nix! Mit Buure kannste über die Form der Haltung trefflich streiten, aber der Natur bringt der Fleischverzicht doch gar nichts. Du willst doch auch Wiesen schützen, die Heide erhalten und den Stoffkreislauf fördern. Ja, dann überleg doch mal… Dafür braucht man doch die Tierhaltung! Und Wald ohne Jagd, wie soll das denn gehen? Soll das denn alles in die Tonne oder ist es nicht besser, wenn es in unserem Magen ankommt? Du bist doch sonst für Nachhaltigkeit. Su lang et in de Krom pass!

Oder hast Du in Wirklichkeit einen anderen Grund? Bist Du vielleicht selbst davon überzeugt, dass die Veranstaltungen in deinem Ministerium doch keinen so großen Nutzen haben und das Ausrufen des Fleischverzichts sogar den einen oder anderen davon abhalten könnte, deiner Einladung zu folgen? So gesehen könnte es dem Klimaschutz wirklich etwas bringen. Häste jet vom lippischen Buur jeliert? Die laden ja gern viele ein, aber nicht alle sollen kommen, weil et jo jet koss.

Und in Düsseldorf – da macht der Johannes sein Ding. Der hät immer jet zu schänge. Jo, der denk manchmol och wie et „ruude Barbara“. Ävver, der hätt in der letzte Johre jeliert, dat me met de Buure kalle muss. Denn so ganz Unrecht haben die nicht. Im Naturschutz wurden die Messer gewetzt, aber am Ende ein Kompromiss gefunden. Gut, mit den Jägern das muss noch etwas werden. Vielleicht solltest Du den Prädatoren mal erklären, dass es nach dem Naturschutzgesetz verboten ist, streng geschützte Arten zu töten. Wenn es nicht hilft, dann lass doch unsere Jäger wieder etwas mehr regulieren. Und: Da ist ja noch die Sache mit dem Wasser. Da heißt es im Umweltbericht NRW: „Der Trend zu geringeren Nitratkonzentrationen ist aber statistisch signifikant.“ Es tut sich doch was im Land! Warum will die Landesregierung das eigentlich nicht wahrhaben und redet immer alles gleich so schlecht? Wir wissen doch, wie die Medien sind. Schlechte Nachrichten werden lieber verbreitet. Su lang dat su bliev, su lang ärjeren sich de Buure. Das verstehst auch Du, oder?

Die Schwatze im Land würden ja gerne alles nur machen. Ävver die han en Problem mit de Ruude und de Jröne. „Will der Christian in Berlin rejiere, muss er sich met dem Barbara arrangiere“. Ist ihm der Wille gegönnt, komme die Jröne met enem Regiment! Nur so ist die Düngeverordnung zu verstehen. Sie ist zwar jrön jelöst, ävver dat ruude Wasser wed net besser und de Buure seh‘n schwatz. Denn zwischen all der Bürokratie wurde vergessen, dass Zwischenfrüchte nur einen Beitrag zum Gewässerschutz leisten, wenn sie auch wachsen können. Auch die regionalen Kreisläufe sollen geschlossen werden. Das aber unterbinden die Vorgaben. So lange hier die Fakten ausgeblendet werden, müssen wir damit leben.

Am Ende fragt sich ein jeder, was bedeutet das für die nächsten Tage? Nehmen wir es rheinisch: Su lang mer noch am lääve sin, am laache, kriesche, danze sin, su lang sin mer offen und mer schwaade nit drömröm. Drum leev Politiker: Schöne Jrooß von uns Buure … Wenn ihr mal wieder die Fakten nicht beieinander habt, denkt an Kleve und Kerpen. Su lang bei de Buure die Leechter noch brenne, su lang komme mir och widder! Mit Alaaf und Helau sagen wir: Dat de Ärjer von hück – un dat jeht flöck – die jode ahle Zick vun morje ist.