Der Landwirt und Agrarblogger Marcus Holtkötter hat den raschen Rückzug des Bundesumweltministeriums von der Kampagne um „neue Bauernregeln“ mit Überraschung aufgenommen, dies aber nicht zuletzt auf den erfolgreichen Umgang der Bauern mit den sozialen Medien zurückgeführt. Beim Landwirtschaftlichen Unternehmertag der Volksbanken und Raiffeisenbanken erklärte Holtkötter am Donnerstag vergangener Woche in Magdeburg, nach seiner Auffassung habe die zügige Reaktion vieler Landwirte im Internet dazu beigetragen, das Umweltressort von seiner Kampagne abzubringen. Habe man früher allenfalls mit Leserbriefen und im Abstand vieler Tage seine Sicht der Dinge aufzeigen können, böten heute Twitter und Facebook die Möglichkeit, rasch Öffentlichkeit herzustellen und so die Verbraucher für Themen zu sensibilisieren oder den eigenen Standpunkt deutlich zu machen. Ein großer Vorteil der neuen Kommunikationskanäle ist nach Holtkötters Worten die Beteiligung möglichst vieler Bauern, die mit großer Glaubwürdigkeit ihre individuelle Sicht auf die praktische Landwirtschaft darlegen könnten. Voraussetzung sei aber, dass die Diskussion ehrlich und sachlich ablaufe, betonte der Landwirt.