10 % mehr Getreide als 2024

Foto: imago/Jochen Tack

Bei der Getreideernte wurden die Erwartungen deutlich übertroffen

 

Nach einem schwachen Vorjahr dürfte die Getreideernte in Deutschland 2025 wieder deutlich besser ausfallen. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in seiner finalen Schätzung von insgesamt 43 Mio. t Getreide aus, was im Jahresvergleich einem Plus von 10 % entsprechen würde. Auch beim Raps kann mit einem guten Ernteergebnis gerechnet werden. Laut DRV dürfte die Menge in diesem Jahr bei 3,9 Mio. t liegen und damit 7 % höher als 2024.

 

„Dieses Ergebnis überrascht angesichts der vielfältigen witterungsbedingten He­raus­for­de­rungen der vergangenen Monate“, sagte DRV-Getreideexperte Guido Seedler bei der Vorstellung der Zahlen am Donnerstag vergangener Woche in Berlin.  Nach einer ausgeprägten Frühjahrstrockenheit kam der Regen für viele Kulturen noch gerade rechtzeitig. Dem DRV zufolge ist die gute Getreideernte sowohl auf eine größere Anbaufläche als auch gestiegene Hektarerträge zurückzuführen. Beispielsweise wurde auf 2,85 Mio. ha Winterweizen angebaut, was einem Plus von 15 % entspricht. Gleichzeitig stiegen die Erträge um etwa 7 %, wodurch insgesamt 21,9 Mio. t Weizen eingefahren wurden und damit 23,2 % mehr als noch 2024.

 

Wegen des wechselhaften Wetters fallen die Qualitäten dagegen heterogen aus. Während die Niederschläge der letzten Wochen dem Mais gutgetan hätten, hätten andere Getreidearten gelitten. Trotzdem mehren sich dem DRV-Getreideexperten zufolge die Anzeichen, dass die Qualitätseinbußen kleiner als befürchtet ausfallen. So lägen die für die Backeigenschaft wichtigen Proteingehalte beim Getreide im Schnitt über denen des Vorjahres. Allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. So steht Seedler zufolge der Norden tendenziell besser da als die südlichen Anbauregionen. Bei Weizen und Roggen gebe es teilweise Probleme mit zu niedrigen Fallzahlen.

 

Mit Blick auf die globale Situation geht der DRV für 2025/26 von einer engen Versorgungsbilanz bei wichtigen Agrarprodukten aus. Diese Entwicklung beunruhigt auch DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne. Deutschland müsse im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag zur globalen Ernährungssicherheit leisten, mahnte er. Dies könne aber nur mit einer zukunftsweisenden Pflanzenschutz- und Dünge­politik sowie einer Novellierung des Gentechnikrechts gelingen.

 

AgE