„Wenn ich als Gesellschaft immer höhere Anforderungen für das Tierwohl, an die Betriebsstruktur und an die Umwelt stelle, dann brauchen wir eine Übereinkunft, wie die Gesellschaft das finanzieren will“, betonte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Heinrich Dierkes, am Dienstag vergangener Woche bei der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Münster. Die gesellschaftlich gewünschte Weiterentwicklung der Tierhaltung könne nicht allein von den Landwirten bezahlt werden. Ohne zusätzliches Kapital auf den Höfen könne es keine Investitionen in neue Haltungssysteme geben. Der auf der Versammlung im Amt wiedergewählte Dierkes machte zudem klar, dass die Politik selbst durch „sich beißende gesetzliche Vorgaben“ Fortschritte im Tierwohl verhindere. So werde der Bau eines Auslaufs in der Schweinehaltung durch notwendige Genehmigungen, teure Gutachten und Immissionsschutzauflagen praktisch unmöglich gemacht. Auf deutliche Kritik der ISN stieß das „Magdeburger-Urteil“ zur Sauenhaltung. Erst vor drei Jahren seien alle Sauenhalter in Deutschland auf die Einhaltung der Nutztierhaltungsverordnung überprüft worden, nun müssten dieselben Kastenstände umgebaut werden, weil sie einem Gericht zu schmal geworden seien, kritisierte Dierkes. Doch niemand könne derzeit den Haltern sagen, wie dies genau geschehen solle. Notwendig seien jedoch Rechtssicherheit und langfristige Übergangsphasen für die Betriebe.