Eine wirksame Bekämpfung des Rechtsextremismus in ländlichen Regionen setzt eine dauerhafte und aktive Gestaltung einer vielseitigen Gemeinschaft vor Ort voraus. Entscheidend sind auch politische Strategien für die Zukunftsfähigkeit der Regionen. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Titus Simon in der Studie „Schweigen heißt Zustimmung. Rechtsextremismus in ländlichen Regionen. Eine Arbeitshilfe“, die der Bund Deutscher Landjugend (BDL) in Auftrag gegeben hat. Im Dialog mit den Menschen vor Ort, mit klaren Zahlen, Fakten und möglichen Zukunftsszenarien müsse für jede Region die passende Antwort gefunden werden, heißt es laut Landvolk Niedersachsen in der Studie. Wichtig sei in personeller Hinsicht auch, dass „die lokalen prominenten Köpfe“ klare Haltung bezögen. Simon kommt laut Landesbauernverband zu dem Schluss, dass gemeinsam mit Vereinen, Verbänden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt und umgesetzt werden müsse. Allerdings sei Rechtsextremismus nicht allein ein Problem des ländlichen Raums; dort werde er jedoch „besonders sichtbar“. Der BDL betonte, dass das „Erlernen demokratischer Spielregeln“ innerhalb der Organisation zum Alltag gehöre. Alltagsrassismus und rechtspopulistische Sprüche begegneten auch jungen Menschen auf dem Land und erforderten eine Gesamtstrategie als Antwort, die die Studie liefere.