Unrealistische Kontrollvorgaben und eine ausufernde Bürokratie, vor allem die drohende Anlastung, bremsen den möglichen Naturschutz in der landwirtschaftlichen Nutzung. Darin waren sich die Teilnehmer der Tagung „Mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft – was tun?“ einig, die am Mittwoch vergangener Woche von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländlicher Räume (DVS) in Berlin ausgerichtet wurde. Dabei wären die Landwirte durchaus bereit, sich für mehr Naturschutz einzusetzen und Teile ihrer Flächen aus der Produktion zu nehmen oder extensiver zu bewirtschaften, hoben die Praktiker und Berufsstandvertreter hervor. Nach Auffassung des Umweltbeauftragten vom Deutschen Bauernverband (DBV), Eberhard Hartelt, sind das „rigide Kontrollsystem der Europäischen Union und mangelnde Flexibilität“ derzeit die Haupthindernisse für mehr Natur- und Artenschutz in der Agrarlandschaft. Er plädierte für einen Neustart im Kontrollwesen. Für das BASF-Vorstandsmitglied Dr. Harald Schwager sind die moderne Landwirtschaft und der Umweltschutz kein Widerspruch. Ziel müsse es sein, produktive landwirtschaftliche Flächen zu erhalten und weniger produktive Areale als zusätzliche Lebensräume zur Förderung der Artenvielfalt zu nutzen.