Die in Frankreich, Italien und einigen Balkanstaaten grassierende Blauzungenkrankheit breitet sich zunehmend auch in Richtung Deutschland aus. In Hessen und dem Saarland haben die Landwirtschaftsminister die Erzeuger deshalb in der vergangenen Woche zur Schutzimpfung aufgerufen. „Wir empfehlen dringend die vorbeugende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit mit den Serotypen 4 und 8. Die hessischen Tierhalter sollten ihre Rinder, Schafe und Ziegen möglichst zeitnah gegen den Erreger der gefährlichen Seuche impfen lassen“, betonte die Wiesbadener Agrarressortchefin Priska Hinz. Wer seinen Bestand gegen das Virus schützen möchte, sollte sich zunächst an das zuständige Veterinäramt wenden, da die Impfung genehmigungspflichtig sei. Hinz wies darauf hin, dass im Falle eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit der Transport von Tieren in ein tierseuchenfreies Gebiet, zum Beispiel ein anderes Bundesland, praktisch nur noch mit Impfung möglich sei. Die freiwillige Impfung, deren Kosten die Tierhalter tragen, sei zudem aktiver Tierschutz, denn die durch Stechmücken übertragene Virusinfektion könne ernsthafte Gesundheitsschäden hervorrufen und bei Schafen sogar zum Tod führen.