17 - Die Marktmacht wächst

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Die führenden Schweineschlachtunternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr ihre Marktposition weiter ausbauen können. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Schlachthofrankings der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Demnach kamen 2017 bei den Top 10 der Branche insgesamt 45,85 Millionen Schweine an den Haken; das waren 1,47 Millionen Tiere oder 3,3 % mehr als im Vorjahr. Zusammengenommen stieg der Marktanteil dieser Unternehmen auf 79,2 %. Damit schnitten die Großen der Branche deutlich besser ab als der Gesamtmarkt, denn insgesamt ging 2017 laut ISN das Schlachtaufkommen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 1,45 Millionen Stück auf rund 57,90 Millionen Schweine zurück. Branchenprimus Tönnies steigerte seine Schlachtungen in Deutschland auf einen Marktanteil von 28,7 %. Der weltweite Umsatz wurde 2016 um rund 550 Mio. € gesteigert. Beim Konkurrenten Vion ging die Zahl der in Deutschland geschlachteten Schweine auf einen Marktanteil von 14,7 % zurück. Westfleisch konnte näher an Vion he­ranrücken und erreichte mit 8,26 Millionen Tieren einen neuen Rekord. Um 20,7 % stiegen 2017 bei Danish Crown die Schweineschlachtungen an. Das Unternehmen konnte durch die Übernahme der Teterower Fleisch GmbH seinen vierten Platz im ISN-Ranking festigen. Die auf den Rängen fünf bis zehn platzierten Unternehmen im ISN-Schlachthofranking gehören zum Mittelstand und konnten allesamt mehr oder weniger stark ihre Schweineschlachtungen erhöhen. Angesichts des rückläufigen Gesamtmarktes ist das aus Sicht der ISN positiv zu werten. Allerdings zeigten auch die Insolvenzen des vergangenen Jahres, wie stark die enormen Preisschwankungen die Liquidität aller Betriebe der Wertschöpfungskette belasteten. „Vor dem Hintergrund der zahlreichen Herausforderungen in Deutschland und dem stetig zunehmenden Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen EU-Staaten zeigen sich viele Marktbeteiligte durchaus offen gegenüber den Diskussionen über eine Haltungskennzeichnung in Deutschland“, stellt ISN-Marktexperte Matthias Quaing fest. Wenn es  gelinge, die gesamte Kette vom Ferkelerzeuger bis zur Fleischverarbeitung in ein einheitliches System zur Haltungs- und Herkunftskennzeichnung zu integrieren, könne das mittelfristig ein Bonus im Vertrauen der Lebensmittelhändler und Verbraucher in deutsches Schweinefleisch bedeuten, so Quaing.