Die neue Präsidentin des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Christiane Lambert, will sich für „eine ambitionierte und schützende Gemeinsame Agrarpolitik (GAP)“ einsetzen, um den Landwirten solide und übersichtliche Rahmenbedingungen zu verschaffen. In einem Interview, anlässlich ihrer Wahl am 13. April, machte Lambert deutlich, dass sie in Frankreich vor vielen Problemen stehe. Ihre erste „Baustelle“ sei die Erhöhung des Einkommens der Bauern, sagte die neue Verbandspräsidentin. Außerdem müsse die landwirtschaftliche Produktion wieder die Anerkennung erfahren, die sie verdiene. Die Wertschöpfung und auch das Mitspracherecht müssten zu den Produzenten zurückkehren. Die Bauern brauchten angemessene Gewinne, um angesichts der technischen, menschlichen und sozialen Veränderungen in der Agrarbranche bestehen zu können. Regelmäßige Investitionen und Modernisierungen von Produktionsstätten und Betriebsmitteln seien die Grundlage für die wirtschaftlichen, sozialen und umweltrelevanten Leistungen, mit denen die Landwirtschaft attraktive und kreative Arbeitsplätze erhalte, so Lambert. Ein negatives Beispiel seien die Hühner- und Schweineställe in Frankreich, die im Durchschnitt 20 Jahre alt seien. Als zweite „Baustelle“ nannte die Präsidentin den Bürokratieabbau. Die administrativen Prozesse in Frankreich zählten zu den langwierigsten in Europa.