19 - Kontakt zu Tieren ist nachweislich gesund

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Landbewohner mit einem engen Kontakt zu Nutztieren können Stresssituationen immunologisch viel besser bewältigen als Großstädter ohne Kontakt zu Tieren. Das zeigt ein aktuelles Verbundprojekt, dessen Ergebnisse jetzt erschienen sind. Nach Angaben der Universität Ulm, die an der Studie beteiligt war, wurden für das Vorhaben Männer untersucht, die die ersten 15 Lebensjahre auf einem Bauernhof mit Nutztierhaltung verbracht hatten, sowie eine Vergleichsgruppe aus männlichen Großstädtern ohne Tierkontakt in den ersten 15 Lebensjahren. Um die Teilnehmer der Studie in eine Stresssituation zu bringen, wurde eine Bewerbungssituation fingiert. Dabei haben die Forscher Stresshormone und immunologische Parameter erhoben. Das Ergebnis: Zwar zeigten die Landbewohner höhere Stresswerte als die Großstädter, die Antwort ihres Immunsystems auf den Stress sei bei den Landbewohnern aber nicht so stark ausgefallen wie bei den Großstädtern. Beispielsweise sei bei den Landbewohnern die Ausschüttung des Entzündungshemmers Interleukin 10 unverändert geblieben, während sie bei den Großstädtern stressbedingt deutlich gesunken sei, berichteten die Forscher. Als Grund für die geringere Stressanfälligkeit des Immunsystems der Landbewohner werden Umweltbakterien genannt, mit denen Menschen in der Großstadt weniger in Kontakt kämen. Experimenten mit Mäusen hatten schon früher ergeben, dass sich die Widerstandsfähigkeit der Tiere gegen Stress durch die Impfung mit solchen Umweltbakterien verbesserte. Stressreaktionen haben nach Angaben der Forscher gesundheitliche Auswirkungen, weil sie häufig zu chronischen Entzündungsreaktionen führen. Sie spielten unter anderem bei der Entstehung von Asthma und Allergien eine Rolle und vergrößerten das Risiko für psychische Erkrankungen.