19 - Roggen: Der Braunrost kommt spät

Ein ungewöhnliches Jahr: Warm im März, die Bestände wurden früh angeschoben, dann gab es aber wegen der Kälte wenig Wachstum im April. Wachstumsregler waren schwer zu platzieren und schlecht zu kalkulieren. Anfang Mai wird vielfach das letzte Blatt geschoben, Ährenschieben ist erst um den 10. Mai zu erwarten – und damit fast 14 Tage später als in den letzten Jahren. Hermann Hanhart, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, weiß, welche Fungizidbehandlungen nun angebracht sind.

Braunrost ist die wichtigste Krankheit im Roggen. In diesem Jahr kommt der Braunrost verspätet. Foto: Hermann Hanhart

Krankheiten im Roggen kommen nur ganz verhalten vor. Bis Ende April gab es vorzugsweise etwas Rhynchosporium und erste Schneeschimmelsymptome auf den unteren Blättern. In den wärmeren Regionen am Niederrhein und im westlichen Münsterland war geringer Ausgangsbefall mit Braunrost schon am Ende des Winters vorhanden. Bei der kalten Witterung im April konnte sich der Befall nicht ausweiten. Braunrost benötigt für Infektionen warmes, feuchtes Wetter. Grundsätzlich sollte aber in den wärmeren Regionen mit mehr Braunrostdruck als in Ostwestfalen gerechnet werden, sodass auch die Bekämpfungsstrategie hieran angepasst werden muss.

Mehr in LZ 19, S. 22