Mit insgesamt 19 Mio. € wollen die EU-Kommission und die Düsseldorfer Landesregierung den Schutz von Wiesenvögeln in Nordrhein-Westfalen voranbringen. Wie das Landwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche berichtete, sollen insbesondere sensible Vogelarten wie Uferschnepfe, Rotschenkel und Wiesenpieper vom Schutz extensiver Feuchtwiesen profitieren. Neben der Wiederherstellung von Lebensräumen müssten die am Boden brütenden Vögel auch vor Fressfeinden wie Füchsen oder Waschbären geschützt werden. Im Rahmen des Projekts würden außerdem Ehrenamtliche die Nester von Kiebitzen auf Ackerflächen suchen und markieren, sodass die Gelege bei der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung ausgespart werden könnten. Erste Schulungen in den Vogelschutzgebieten Unterer Niederrhein, Hellwegbörde und Bastauniederung fänden bereits in Kürze statt.
Zur Projektkulisse gehören laut Ministerium acht EU-Vogelschutzgebiete des nordrhein-westfälischen Tieflandes vom unteren Niederrhein bis in den Kreis Minden-Lübbecke, die einen wichtigen Baustein des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 bilden. Die Projektmaßnahmen würden von den beteiligten Biologischen Stationen umgesetzt. Das Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) übernehme die Projektkoordination und -verwaltung und schaffe zu diesem Zweck drei Vollzeitstellen; weitere fünf Stellen zur praktischen Umsetzung seien bei den Biostationen angesiedelt. Auf Landesebene und in den beteiligten Kreisen seien Projektbeiräte etabliert worden, in denen neben den beteiligten Behörden auch die Verbände der Landwirtschaft, der Jagd und des Naturschutzes vertreten seien. Nach Angaben von Ressortchefin Ursula Heinen-Esser handelt es sich bei dem Projekt um das bisher größte Vorhaben des EU-LIFE-Programms für Umwelt- und Klimaschutzprojekte in Nordrhein-Westfalen. Indem artenreiches Grünland erhalten und gestärkt werde, würden Kulturlandschaften für den Artenschutz geschaffen. Nicht nur Wiesenvögel würden geschützt, sondern ganze Lebensräume. Das Projekt stehe vorbildhaft für praktischen, kooperativen Naturschutz und die erfolgreiche Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft.
Im Rheinland sind als Projektpartner die NABU-Naturschutzstation Niederrhein, das Naturschutzzentrum Kleve und die Biologische Station im Kreis Wesel beteiligt. Informationen zum EU-Life-Projekt Wiesenvögel in NRW gibt es unter www.lanuv.nrw.de. AgE/el