20 - Nicht nachlässig sein bei Krautfäulebekämpfung

In 2016 war es bis Mitte Mai für den Krautfäuleerreger zu kalt und zu trocken, aber durch die anschließenden Starkniederschläge und den Temperaturanstieg breitete sich die Krautfäule explosionsartig aus. Die gesamte Saison war sehr bekämpfungsintensiv, lediglich einige heiße Tage im Juli brachten eine kurze Verschnaufpause. Auch in 2017 war es bislang zu kalt und zu trocken, das kann sich aber schnell ändern. Was vorausschauend zu tun ist, erläutert Dr. Marianne Benker, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Extremer Wipfelbefall als Folge von schnellem Neuzuwachs und zu langen Spritzabständen in 2016. Foto: Dr. Marianne Benker

Für eine erfolgreiche Krautfäulebekämpfung ist der rechtzeitige Spritzstart entscheidend, dieser muss mindestens eine Woche vor dem ersten Befall erfolgen. In Normaljahren ohne frühen Stängelbefall eignet sich zur Ermittlung des Spritzstarts das Prognosemodell Simblight 1, zu finden unter www.isip.de. Extreme Standortbedingungen, lokale Starkniederschläge, andauernde Bodennässe können durch einen frühen Stängelbefall das Prognosemodell aber aushebeln. Gerade in solch kritischen Situationen hat sich der Warndienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als zuverlässiger erwiesen. Der Spritzstart muss aber, auch bei niedrigem Infektionsdruck, spätestens bei Reihenschluss erfolgen, selbst wenn das Prognosemodell noch keinen Spritzstart meldet. Dies ist wichtig, damit auch die unteren Blattetagen einen ausreichenden Fungizidschutz erhalten.

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