In Nordrhein-Westfalen war das vergangene Jahr das wärmste seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen. Das geht aus dem Klimabericht NRW 2021 hervor, den das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums vorgelegt hat. „Der Klimawandel ist spürbar und nachweisbar – und das in allen Umwelt-, Wirtschafts- und Lebensbereichen“, erklärte Ressortchefin Ursula Heinen-Esser am Dienstag vergangener Woche anlässlich der Präsentation des Berichts. Wetterextreme würden häufiger und intensiver. Die Dürrejahre 2018 bis 2020 und die Flutkatastrophe in diesem Sommer hätten gezeigt, welche Wucht die Extreme entfalten könnten. Laut LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen wurde der Klimabericht erstmals 2010 veröffentlicht. Seitdem seien extreme Wetterereignisse in verstärktem Maße zu beobachten. Der beschleunigte Anstieg der Temperatur sei „besorgniserregend“. Laut dem Bericht zählten 13 der vergangenen 20 Jahre zu den wärmsten Jahren seit Aufzeichnungsbeginn. Ebenfalls evident ist nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums die Abnahme der Frost- und Eistage, während Sommer- und Hitzetage sowie Tropennächte immer häufiger aufträten. Die steigende Lufttemperatur hat dem Ministerium zufolge auch eine Verschiebung der phänologischen Jahreszeiten zur Folge. Frühling, Sommer und Herbst begännen früher, während der phänologische Winter erst später starte. Kälteliebende Pflanzen litten unter diesen Bedingungen. Deren Populationen nähmen bereits heute deutlich ab, während die Populationen von wärmeliebenden invasiven Arten zunähmen. Die Niederschlagsmengen in Nordrhein-Westfalen haben sich laut Ministerium seit Aufzeichnungsbeginn leicht erhöht. Im Zeitraum der letzten 30 Jahre sei jedoch ein deutlicher Rückgang ersichtlich, dem wiederum eine Zunahme von Starkregenereignissen gegenüberstehe. Für die verschiedenen Jahreszeiten sei – mit Ausnahme des Winters – keine deutliche Niederschlagsänderung nachweisbar. Durch die steigenden Temperaturen finde mehr Verdunstung statt, was die klimatische Wasserbilanz negativ beeinflusse. Diese habe im Dürrejahr 2018 erstmals seit Messbeginn im negativen Bereich gelegen.