2023 wieder ein Jahr der Wetterextreme?

Foto: Hubert Kivelitz

In den Medien war zuletzt häufig davon die Rede, dass die hohen Niederschlagsmengen und anhaltend stabile Wetterlagen unmittelbar eine Folge des Klimawandels sind und dass das Extreme beim Wetter das „neue Normal“ ist. Doch wie verhält es sich tatsächlich mit den Klima- und Wettertrends bei Niederschlägen? Dieser Frage ist Hubert Kivelitz, Landwirtschaftskammer NRW, nachgegangen.

 

Nach dem Dürrejahr 2022 in Deutschland folgte 2023 ein Jahr mit überdurchschnittlichen Niederschlagsmengen, die vor allem im November und Dezember deutlich über dem langjährigen Mittelwert lagen. Die hohen Regenmengen führten zum Jahresende vor allem in Teilen von Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und NRW an Flüssen zu schweren Überschwemmungsereignissen. Die Annahme, dass in den hiesigen Breiten mit steigenden Durchschnittstemperaturen auch alle möglichen Wetterextreme zunehmen, ist nicht sachgerecht und lässt sich unter Berücksichtigung verfügbarer Wetterdaten und der natürlichen Wettervariabilität nicht ohne Weiteres nachweisen.

 

Zweifelsohne gab es in den letzten Jahren außergewöhnliche Dürren auf Teilen des europäischen Kontinents. 2023 gab es rekordverdächtige monatliche Niederschläge. Auf Deutschland bezogen steht das Jahr 2023 mit 958 mm auf Platz 6 der niederschlagsreichsten Jahre seit Beginn der systematisch flächendeckenden Wetteraufzeichnungen. In NRW war es mit 1 198 mm sogar das niederschlagsreichste Jahr seit 1881. Damit hat es im Vergleich zum langjährigen Mittel (1991 bis 2020) 328 mm mehr geregnet.

 

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