Edmund Haferbeck, Chefideologe der Tierrechtsorganisation Peta, ist um markige Worte nicht verlegen, und Peinlichkeiten sind ihm anscheinend völlig fremd. Anlässlich des Rücktritts von Christina Schulze Föcking vom Amt der NRW-Agrarministerin beklagte er, Peta werde „tagtäglich massiv bedroht“, „jammere aber nicht“, sondern „nehme dies als Ansporn“. Wozu das anspornt, brauchte er nicht weiter zu erläutern, man sah es bald darauf in den Sozialen Medien: eine Bilderreihe mit drei Landwirtschaftsministerinnen, einer unmißverständlichen Textzeile als Aufforderung sowie einem Kreuz am Bild von Schulze Föcking, was man wohl als erledigt verstehen musste. Peta überschreitet damit nicht die letzten verbliebenen Grenzen; die hat Peta mit einem unsäglichen Holocaust-Vergleich vor einigen Jahren schon weit hinter sich gelassen. Und Peta beweist mit seiner aktuellen Aktion einmal mehr, dass sich die Organisation, deren Kürzel sich übersetzt mit „Menschen für einen ethischen Umgang mit Tieren“ ausschreiben lässt, um ein Wort im eigenen Namen einen Teufel schert. „Ethisch“ ist dort zu einer inhaltsleeren Floskel verkommen, die noch als Deckmäntelchen für die Akquise neuer Gefolgschaft und neuer Geldmittel herhalten kann. Mit „ethisch“ im Sinne einer sittlichen Handlung oder einer moralischen Haltung hat das nichts mehr zu tun, wenn Agrarpolitikerinnen derart angeprangert werden. Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, wenn Peta sich selbst im gleichen Moment als Opfer zu inszenieren versucht. Das ist so billig und fadenscheinig wie der Kleinganove, der „haltet den Dieb!“ ruft.
ds