Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Erforschung der Böden in intensivierten Landschaften. Der Verband verwies anlässlich der Veranstaltung „Global Soil Week“ am Montag vergangener Woche in Berlin auf die Bedeutung fruchtbarer Böden für den Naturschutz und einer nachhaltigen Landbewirtschaftung. Bisher lägen aber kaum Informationen darüber vor, wie sich die Artenvielfalt in landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzten Böden entwickele, kritisierte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Nur die wenigsten Bodenorganismen seien überhaupt bekannt und erforscht, und der Verlust der Artenvielfalt werde bisher nur oberhalb des Bodens gemessen. Nach Ansicht von Tschimpke ist es dringend erforderlich, diese Wissenslücke zu schließen, wenn man den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen wolle. Nur über die biologische Vielfalt könnten die Bodenfruchtbarkeit erhalten und geschädigte Böden wieder regeneriert werden, so der NABU-Präsident. Daher engagierten sich der NABU und seine Partnerorganisation BirdLife International im Netzwerk „People4Soil“ für eine einheitliche Gesetzgebung zum Bodenschutz in der EU. Tschimpke bedauerte erneut, dass es bisher keine gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Böden und ihrer Vielfalt weltweit gebe.