23 - Bayer plant den Abschluss der Monsanto-Übernahme für den 7. Juni

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Das Justizministerium der Vereinigten Staaten hat grünes Licht für den Verkauf des US-Konzerns Monsanto an die Bayer AG gegeben. Damit hat Bayer das Einverständnis der wichtigsten nationalen Kartellbehörden und ist ab dem 7. Juni alleiniger Eigentümer der Monsanto Company. Zur Auflage machten die Wettbewerbshüter die Ausgliederung von Geschäftsbereichen im Gesamtwert von gut 9 Mrd. $. Die Pläne, die entsprechenden Sparten an die BASF abzutreten, würden „sämtliche horizontalen und vertikalen Wettbewerbsbedenken ausräumen“, stellte die Washingtoner Kartellbehörde fest. Unterdessen bekräftigte die KWS Saat SE ihr Interesse am weltweiten Gemüsesaatgutgeschäft der Leverkusener.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann erklärte, mit der Freigabe aus den USA stehe der Konzern kurz vor dem Ziel, ein führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft zu schaffen: „Die Übernahme von Monsanto ist ein strategischer Meilenstein.“ Man wolle Landwirten in aller Welt helfen, mehr und bessere Nahrungsmittel nachhaltiger zu produzieren. Gemäß den Auflagen könne die Integration von Monsanto in den Bayer-Konzern erfolgen, sobald BASF den Erwerb der auszugliedernden Geschäftsbereiche vollzogen habe. Damit werde in etwa zwei Monaten gerechnet. Bayer muss sich von den Sparten trennen, die derzeit in direktem Wettbewerb mit Monsanto stehen. Neben dem Geschäft mit dem Herbizid „Liberty“, das mit Monsantos Glyphosat-basiertem Produkt „Roundup“ konkurriert, sind das den Kartellwächtern zufolge die Bereiche Baumwolle, Raps, Soja und Gemüsesaatgut. Um eine marktbeherrschende Position nach der Übernahme zu verhindern, sind zudem strukturelle Entflechtungen, etwa in den Bereichen Saatgutbehandlung sowie Forschung und Entwicklung, Teil der Auflagen.

Bayer hatte im Mai 2016 seine Absicht angekündigt, Monsanto zu übernehmen, und beide Unternehmen einigten sich im September 2016 auf einen Preis von 128 $ pro Aktie. Derzeit entspricht das Gesamtkosten von rund 63 Mrd. $. Für den Erwerb von Monsanto hatte Bayer eine Brückenfinanzierung von

ursprünglich 57 Mrd. $ sichergestellt. Diese refinanziert das Unternehmen durch eine Kombination aus Eigen- und Fremdkapitalmaßnahmen. Die letzte Eigenkapitalmaßnahme: Bayer gibt 74 604 156 neue Aktien zu einem Bezugspreis von 81 € aus. Die Aktionäre können für je 23 gehaltene Aktien von Bayer zwei neue Aktien erwerben. Das Angebot läuft vom 6. bis 19. Juni. Bayer erwartet so einen Erlös in Höhe von 6 Mrd. €. Darüber hi­naus sind Anleiheplatzierungen geplant, deren Gesamtvolumen sich auf bis zu 20 Mrd. € belaufen soll.

Bayer wird der Unternehmensname bleiben. Die zugekauften Produkte werden ihre Produktnamen behalten und Teil des Portfolios von Bayer werden. Mit der Streichung des Namens „Monsanto“ endet die öffentliche Wahrnehmung des traditionsreichen und zuletzt sehr umstrittenen Konzerns, der 1901 vom Chemiker John Francis Queeny gegründet worden war. Beide Unternehmen beschäftigten im Jahr 2017 zusammen rund 115 000 Mitarbeiter.

Vom Zusammenschluss erwartet Bayer-Chef Baumann große Vorteile. Durch die Kombination ihrer Fähigkeiten könnten Bayer und Monsanto angesichts der schnell wachsenden Weltbevölkerung und der globalen Erwärmung und der damit verbundenen Herausforderungen wegweisende Antworten geben. Interessant für Bayer ist nicht nur das Know-hows in der Biotechnologie, sondern auch bei der Nutzung digitaler Techniken für die Landwirtschaft, also beim „digital farming“. AgE/ke