Intensivere Bemühungen auf internationaler Ebene zur Stärkung der Marktposition der Landwirte in der Wertschöpfungskette hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, angemahnt. „Wir brauchen politische Initiativen für eine europäische Gesetzgebung gegen unfaire Handelspraktiken und für mehr Markttransparenz und Preisinformationen“, forderte Rukwied am Dienstag vergangener Woche auf dem Weltbauerntag in Helsinki. Der DBV-Präsident sprach sich für Anpassungen im Kartell- und Wettbewerbsrecht aus und forderte Maßnahmen zur Verbesserung der Marktinformation. „Landwirte in Deutschland, aber auch in den Entwicklungsländern benötigen eine größere Markttransparenz“, so Rukwied. Dazu gehörten der Zugang zu Preisinformationen von allen Stufen der Wertschöpfungskette sowie leistungsfähige Preisauskunftssysteme, die über das Smartphone abgerufen werden könnten. Erfolgversprechend seien Konzepte zur Erhöhung der Wertschöpfung sowie die Einführung von Marken. Dies gelte auch für Systeme zur Honorierung der Landwirte für höhere Standards, sagte der Bauernpräsident und verwies auf die guten Erfahrungen in Deutschland mit der „Initiative Tierwohl“. Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Marktposition misst Rukwied einer Bündelung des Angebots landwirtschaftlicher Produkte in Erzeugergemeinschaften und Genossenschaften bei.