26 - Ministerin trifft Landwirte

Foto: Marilena Kipp

Ursula Heinen-Esser zu Besuch auf einem Betrieb nahe Köln

Besser als ein Blumenstrauß – mit einem großen Blühstreifen empfingen Vertreter der rheinischen Landwirtschaft ihre neue Ministerin Ursula Heinen-Esser am Freitag vergangener Woche. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) organisierte das erste offizielle Treffen zusammen mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft (SRK) auf einem Ackerbaubetrieb nahe Köln. Im Fokus: das Thema Biodiversität.

„Es ist uns eine große Freude und Ehre, Sie, sehr geehrte Frau Heinen-Esser, heute hier im Rheinland begrüßen zu dürfen“, empfing RLV-Präsident Bernhard Conzen die Ministerin. Zweifellos bringe ihr Amt eine große Verantwortung mit sich. „Kaum ein Bereich hat mehr Facetten, Sichtweisen und Meinungen als die Produktion unserer Lebensmittel. Der schwierige Spagat zwischen den verschiedenen Ansprüchen ist auch uns Landwirten stets bewusst.“ Es seien Kompromisse erforderlich, die einen fairen Ausgleich zwischen der Existenzsicherung einer bäuerlichen Landwirtschaft und den Ansprüchen der Gesellschaft ermöglichen. „Wir versprechen Ihnen, hierbei tatkräftig mitzuwirken.“ Conzen nutzte die Gelegenheit auch, um auf Probleme aufmerksam zu machen. „Unsere Ferkelerzeuger haben momentan große Bauchschmerzen“, erklärte er. „Wenn dann noch die drohende Maut für Landwirte hinzukommt, kann das rheinische Temperament schon mal mit einem durchgehen.“

Neben dem Kennenlernen stand das Thema Landwirtschaft und biologische Vielfalt im Mittelpunkt des Besuches der Ministerin. Daher fand das Treffen auf dem Betrieb von Peter Prinz statt, der sich im Projekt „Summendes Rheinland“ der SRK engagiert. Auf diesem Betrieb könne man wunderbar sehen, wie Natur und Landwirtschaft Hand in Hand gehen, brachte es Friedhelm Decker, Vorstandsvorsitzender der SRK, auf den Punkt. „Das, was der RLV hier leistet, auch mit Projekten der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, sind für mich Leuchtturmprojekte“, erklärte die Ministerin. Die heutige Kulturlandschaft wäre ohne Landwirtschaft gar nicht denkbar. Das Thema Insektenschutz müsse man zweigleisig angehen. „Durch den Aufbau solider Forschung sind die noch offenen Fragen des Insektenschwunds zu klären. Parallel dazu müssen wir aber die bereits bekannten Ursachen zeitnah angehen. Deswegen bin ich über das Engagement des RLV auf diesem Gebiet und konkrete Projekte wie das ‚Summende Rheinland‘ hoch erfreut“, so Heinen-Esser. Und hier wird es fleißig weitergehen. „Bis Ende 2018 werden wir im Projekt Blühstreifen mit einer Länge von mehr als 50 km und blühende Zwischenfrüchte auf einer Fläche von über 450 ha umgesetzt haben“, erklärte Thomas Muchow, Geschäftsführer der SRK.

Natürlich kamen auch kritische Themen wie Nitrat, welches aufgrund des erfolgten EuGH-Urteils am Vortag Thema in den Medien war, oder auch das Insektensterben zur Sprache. „Aber man muss klar sagen: Der Landwirtschaft die Hauptschuld zuzuschieben, dass sie die Ursache für den Verlust an Biodiversität ist, ist viel zu einfach und auch ungerecht. Die Entwicklungen haben auch etwas mit unserem Konsumverhalten zu tun“, so die Meinung der Ministerin. Politik, Gesellschaft und Landwirte – alles unter einen Hut zu bekommen, das gehe nur gemeinsam.
mk