Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hat die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen der Geflügelwirtschaft gewürdigt, gleichzeitig aber auch die Tierhalter vor überzogenen Forderungen zum Tierwohl in Schutz genommen. Beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) stellte Schmidt am Donnerstag vergangener Woche in Berlin fest, dass sich die Branche seit jeher wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen gestellt und diese, wie beispielsweise beim Käfighaltungsverbot, erfolgreich bewältigt habe. Die Anforderungen der Verbraucher und des Lebensmitteleinzelhandels dürften aber in Zukunft weiter steigen, führte der Minister aus. Bestand habe dann nur derjenige am Markt, der auch den Anforderungen der Zeit Rechnung trage. Dennoch dürfe nicht vergessen werden, dass Deutschland schon heute bei vielen Tierwohlkriterien zur Spitze gehöre, betonte Schmidt. Nach Auffassung des Bundeslandwirtschaftsministers dürfen übertriebene gesellschaftliche Erwartungen nicht in einer Art „Pilatus-Politik“ münden, bei der diese ihre Hände „in Unschuld wasche“, während die Produktion in Deutschland aufgrund fehlender wirtschaftlicher Grundlagen eingestellt werde und ins Ausland abwandere.