27 - Nutztierhaltungsstrategie soll Rahmen schaffen

Einen verlässlichen Rahmen für eine gesellschaftlich akzeptierte und wettbewerbsfähige landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland soll die lang erwartete Nutztierhaltungsstrategie schaffen, die Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt vergangene Woche in Berlin veröffentlicht hat.

Christian Schmidt

Angekündigt wird ein Bundesprogramm Nachhaltige Nutztierhaltung, um praxistaugliche Innovationen zu entwickeln. Ein Schwerpunkt soll auf „Ställen der Zukunft“ liegen. Sie sollen dazu beitragen, Zielkonflikte zwischen Tierwohl und Umweltschutz zu vermindern. Das Agrarinvestitionsförderungsprogramm (AFP) soll weiterentwickelt und noch stärker auf Tier- und Umweltschutz ausgerichtet werden. Die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels zählt zu den vorrangigen Maßnahmen, die das Bundeslandwirtschaftsministerium weiter angehen will. Mit dem Label soll die Transparenz bei tiergerechten Haltungsverfahren verbessert und Verbrauchern die Möglichkeit eingeräumt werden, sich an der Ladentheke für mehr Tierwohl zu entscheiden. Angekündigt werden veränderte Schwerpunktsetzungen in der Tierzucht, um den Faktoren Tiergesundheit und Robustheit einen höheren Stellenwert einzuräumen. Vereinfachungen im Genehmigungsrecht sollen dazu beitragen, Stallneu- und umbauten zu erleichtern. Bekräftigt wird das Ziel einer flächengebundenen Tierhaltung. Ausdrücklich bekennt sich das Bundeslandwirtschaftsministerium zum Vorrang freiwilliger Vereinbarungen in der Tierschutzpolitik.