Nach der Bundestierärztekammer (BTK) haben sich nun auch die Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) gegen die Lokalanästhesie durch Landwirte bei der Ferkelkastration positioniert. Der TVT-Vorsitzende Prof. Thomas Blaha äußerte am Montag vergangener Woche gegenüber dem vet-magazin, „die Kastration unter Lokalanästhesie, teilweise durchgeführt von Laien, die sicherlich nicht immer die richtige Stelle für die Injektion treffen, ist für uns keine sinnvolle Alternative“. Die TVT spreche sich weiterhin für die Jungebermast mit der Improvac-Impfung aus, die in Australien und Neuseeland, aber auch teilweise in Belgien schon länger praktiziert werde. Der Deutsche Tierschutzbund sieht sich durch die Haltung der Veterinärverbände in seiner Ablehnung der Lokalanästhesie bestätigt, die er am vergangenen Dienstag in einer Pressemitteilung als „tierschutzwidrig“ bezeichnete. Die Injektionen bedeuteten zusätzlichen Stress und Schmerzen und die Betäubung reiche nicht aus, um den Schmerz bei der Kastration vollständig auszuschalten, erklärte die Referentin beim Deutschen Tierschutzbund, Dr. Stefanie Zimmermann. „Die Methode ist daher genau wie die betäubungslose Kastration ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Dass die Tiere weiter leiden, nur weil Wirtschaftlichkeit wieder mal vor Tierschutz geht, ist nicht hinzunehmen“, bekräftigte sie.