29 - Schmidt will Landwirte stärker einbinden

Die Bedeutung der fachlichen Expertise für den gesellschaftlichen Dialog und die Neuausrichtung der Agrarpolitik hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hervorgehoben. Bei der Auftaktveranstaltung zu dem Anfang dieses Jahres angekündigten Praktikernetzwerk stellte Schmidt am Mittwoch vergangener Woche in Berlin fest, dass politische Maßnahmen bisher oft nicht in ausreichendem Umfang auf ihre Umsetzbarkeit geprüft worden seien, da es an Fachleuten gefehlt habe, die neue Vorschläge unter praktischen Gesichtspunkten auf Herz und Nieren geprüft hätten. Mit dem neuen Netzwerk will der Minister nach eigenen Angaben diesen Mangel beheben und den Impulsen aus Wissenschaft und Politik den landwirtschaftlichen Sachverstand gegenüberstellen. „Politik für die Landwirtschaft kann nicht vom grünen Tisch erfolgen. Gesetze und Verordnungen müssen in der Praxis, im Stall und auf dem Acker bestehen“, erläuterte der Minister. Das Ziel seien praxistaugliche Gesetze und Verordnungen, die weniger Bürokratie verursachten. Um das zu erreichen, will Schmidt neben den Verbänden und Organisationen auch die unmittelbar betroffenen Praktiker stärker in die politische Arbeit einbinden. Der Praktikerbeirat soll zukünftig Erfahrungen in die Rechtsetzung einspeisen und Anregungen für möglichst unkomplizierte Regelungen geben. Für ihn rangiere das Netzwerk damit auf Augenhöhe mit dem Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik, betonte der CSU-Politiker.