Auch in diesem Jahr ist der sogenannte „30-Hektar-Tag“ des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) wieder in den Juli gefallen, und zwar auf den Freitag vergangener Woche. Darauf hat die Naturschutzorganisation, die den Aktionstag für nachhaltiges Flächenmanagement 2011 ins Leben gerufen hat, hingewiesen und zugleich konsequentere Maßnahmen gegen den „ungezügelten Flächenfraß“ gefordert. Der Aktionstag fällt jedes Jahr auf den Tag, an dem die für das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung verfügbare Fläche für das gesamte Jahr aufgebraucht ist. Im vorigen Jahr war es der 30. Juli, im Jahr 2020 der 14. Juli und 2019 der 8. Juli. NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller erinnerte daran, dass hierzulande jeden Tag durchschnittlich 54 ha Boden für den Bau von Straßen, Gewerbegebieten und Wohnhäusern zerstört würden. „Wir tun immer noch so, als sei Boden eine unendliche Ressource“, erklärte Miller. Weiterhin sei keine echte Trendumkehr beim Flächenverbrauch zu erkennen. Die Bundesregierung sei meilenweit davon entfernt, ihr selbst gesetztes Ziel eines täglichen Flächenverbrauchs von maximal 30 ha bis 2030 zu erreichen. Nach Einschätzung des NABU-Bundesgeschäftsführers kann der vom Gesetzgeber vorgegebene sparsame Umgang mit der Ressource Boden „nur allzu leicht umgangen werden“. Es würden reihenweise riesige Logistikimmobilien in die Landschaft gesetzt, deren Flachdächer dann noch nicht einmal mit Dachbegrünung oder Solaranlagen versehen würden. Dabei müsste auch die Wirtschaft ihren Beitrag leisten. Es brauche ein stärkeres Bewusstsein für die Folgen des ungebrochen hohen Flächenverbrauchs, der das Artensterben und die Ressourcenknappheit befördere und die Bewältigung der Klimakrise erschwere.