30 - Wintergerste: Stabile Erträge trotz Hitze

Wie bei der Ernte, so gab es auch bei den Erträgen Unterschiede zwischen Regionen, Betrieben und Schlägen. Die Ertragsspanne reicht von enttäuschenden 6 t/ha oder weniger bis zu sehr guten Erträgen über 10 t/ha. Zusammengefasst waren Erträge und Qualitäten unter den Bedingungen von 2017 zufriedenstellend bis gut. Über die Ergebnisse der Landessortenversuche und die Konsequenzen für die Sortenwahl berichten Heinrich Brockerhoff und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Auf leichten, flachgründigen Böden war die Wintergerste schon ab dem 20. Juni erntereif. Foto: Bettina Groetzner

Der September 2016 war deutlich zu warm und extrem trocken. Auf schwereren Böden und in den Höhenlagen gab es Probleme bei Saatbettbereitung, Saat und Auflauf, die sich im Laufe des Herbstes zum Glück auswuchsen. Schon im Auflauf besiedelten Blattläuse die Bestände und erforderten den gezielten Einsatz von Insektiziden. Oktober und November förderten bei ausreichenden Niederschlägen und normalen Temperaturen die weitere Entwicklung. Es folgte ein trockener Dezember. Das Jahr 2017 startete mit einem Wintereinbruch, der aber nicht zu Auswinterungsschäden führte. Februar und März waren viel zu warm. Die Bestände hatten zu diesem Zeitpunkt gegenüber Normaljahren einen Entwicklungsvorsprung von mehr als einer Woche. Auf Standorten mit Gelbmosaikvirus 2 (BaYMV-2) zeigten sich zu diesem Zeitpunkt bei nicht resistenten Sorten massive Schäden.

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