32 - Abfallwirtschaft kritisiert Stickstoffbetrachtung

Eine zu einseitige Sicht auf den Stickstoff beklagt die deutsche Abfallwirtschaft mit Blick auf die neue Düngegesetzgebung. „Weder in der novellierten Düngeverordnung noch im Entwurf der Stoffstrombilanzverordnung werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Humusbestand im Ackerboden gepflegt wird, ganz zu schweigen von einem möglichen Humusaufbau durch entsprechende Zufuhr von Organik“, kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) in einem aktuellen Positionspapier zu der vom Bundestag beschlossenen Stoffstrombilanzverordnung. Der Bundesrat wird voraussichtlich am 22. September über die Vorlage entscheiden. Man ermögliche sogar, bei der Bilanzierung einen Stickstoffverlust aus der Gülle einzurechnen, stellt der DGAW des Weiteren kritisch fest. Bei Komposten, die letztendlich zum Humusaufbau führten, somit eigentlich nur den Boden verbesserten und in Wirklichkeit keine stickstoffhaltigen Pflanzendünger darstellten, werde „der Einsatz quasi zunichtegemacht“. Der Verband appelliert vor diesem Hintergrund an die zuständigen Landwirtschafts- und Umweltministerien in den Bundesländern, eine ganzheitliche Sichtweise an den Tag zu legen. Letztendlich gehe es um organische Stoffe, die aus der Gartenbau- und Lebensmittelproduktion anfielen. Es gehe darum, diese wieder in den Kreislauf zu bringen.