32 - Nachwuchs auf Höfen gesichert

In Anbetracht des fortschreitenden Strukturwandels in der Landwirtschaft fällt der dortige Fachkräftemangel bei gleichbleibenden Ausbildungszahlen in den nächsten Jahren insbesondere auf Betriebsleiterebene nicht so groß aus wie mitunter befürchtet. Die fachlichen Anforderungen an die nachfolgenden Unternehmenschefs und Arbeitskräfte dürften aber weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommen die Agrarökonomen Prof. Stephan von Cramon-Taubadel und Dr. Carsten Holst von der Universität Göttingen im Rahmen einer Studie, in der sie mit Unterstützung der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank die Herausforderungen der deutschen Agrarwirtschaft vor dem Hintergrund der aktuellen Alters- und Ausbildungsstruktur der Betriebsleiter untersucht haben. Die beiden Autoren weisen unter Hinweis auf den agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung 2015 da­rauf hin, dass sich der Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft in den letzten Jahren verlangsamt habe. Im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen seien allerdings im Agrarsektor überdurchschnittlich viele Betriebsleiter und Beschäftigte älter als 55 Jahre. Zwischen 2013 und 2023 würden daher rund 250 000 Personen die Regelaltersgrenze erreichen und dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen.