Für eine grundlegende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) spricht sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz aus. Mangelnde Reformbereitschaft gefährde die Zukunft der GAP, warnt Schulz im Interview mit Agra-Europe (AgE). Scharfe Kritik übt der SPD-Vorsitzende am bisherigen Fördersystem. Die Direktzahlungen seien „ungerecht und für den Umwelt-, Klima- und Tierschutz nur wenig bis gar nicht förderlich“. Auf der einen Seite gebe es Mitnahmeeffekte bei großen Betrieben mit ertragsstarken Böden, auf der anderen Seite würden die Gelder an den Verpächter weitergereicht. Zudem profitierten Tierhalter so gut wie gar nicht von den Direktzahlungen. Schulz will künftig nur noch die extensive Grünlandbewirtschaftung, ertragsschwache Standorte und Flächen des ökologischen Landbaus fördern. Zudem gelte es, gezielt solche Betriebe zu unterstützen, die über das gesetzlich verpflichtende Maß hinaus in den Klimaschutz sowie in Umwelt- und Tierschutzmaßnahmen investieren.
Mehr in LZ 33-2017, S. 7