Die strenge EU-Regulierung der neuen Züchtungstechniken steht von wissenschaftlicher Seite unter Beschuss. Der französische Wissenschaftler Dr. Benoit Lacombe vom nationalen Forschungszentrum (CNRS) hat eine Internetpetition gestartet, um eine Überprüfung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Einordung neuer Züchtungsverfahren unter das EU-Gentechnikgesetz zu erwirken. Am Freitag vergangener Woche gegen 17.00 Uhr wurden nach nur fünf Tagen Laufzeit bereits rund 2 660 Unterzeichner gezählt. Die Petition kann jeder unterstützen. Im Einzelnen kritisiert Lacombe, dass es keine wissenschaftliche Grundlage für die EuGH-Entscheidung gebe. So gingen von konventionellen transgenen Pflanzen keine beweisbaren Risiken für die Gesundheit von Tieren und Menschen aus. Außerdem sei das Risiko von nicht beabsichtigten Folgen des Genom-Editing nicht größer als bei älteren und weniger genauen Züchtungsmethoden. Falsch sei auch die Feststellung des EuGH, dass Genom-Editing die Erzeugung genetisch veränderter Sorten in einem ungleich größeren Tempo und Ausmaß als bei der Anwendung herkömmlicher Methoden der Mutagenese ermögliche. Laut Benoit ist es vielmehr umgekehrt. Die Petition läuft unter dem Titel „Immediate Review of the ECJ Ruling on Plant Genome Editing“. Beteiligen kann man sich online unter www.change.org.