In Deutschland gibt es immer weniger Schmetterlinge. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Wildtier-Stiftung (DWS), die einen dramatischen Rückgang der Artenvielfalt und eine stark rückläufige Individuenzahl konstatiert. Der Autor der Studie, der ehemalige Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung Bayerns, Prof. Josef Reichholf, forderte am Montag vergangener Woche, das Ergebnis der Untersuchung müsse „ein Alarmsignal für ganz Deutschland“ sein. Die Bedeutung der Schmetterlinge für das gesamte Ökosystem werde häufig unterschätzt. Sie dienten als Bestäuber und wichtige Nahrungsquelle für Vögel und Säugetiere. Dem Experten zufolge ist es unstrittig, dass der landwirtschaftlichen Nutzung bei dem Rückgang „eine Schlüsselrolle zukomme“. Dies zeige sich bei den Arten, die in Wäldern lebten – dort sei der Rückgang im Vergleich zur Feldflur „weniger dramatisch“. Da aber rund 50 % der Fläche Deutschlands aus Äckern und Wiesen bestehe, seien diese der zentrale Lebensraum der Schmetterlinge, erklärte Reichholf.