Seine Kritik an der Milchpolitik der Bundesregierung hat Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff bekräftigt. Er warf der Regierung vergangene Woche vor, sie sei „auf dem bäuerlichen Auge blind“. Die Ankündigung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, kleine Betriebe erhalten zu wollen, bleibe ohne Folgen. Seit 2010 habe jeder vierte Milchbetrieb aufgegeben, so Ostendorff in seiner Reaktion auf die Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion. Für unglaubwürdig hält der Grünen-Politiker Schmidts Forderung nach Qualitätsführerschaft der Milchbranche und moniert, die Regierung setze weiterhin auf „Billigexporte für den Weltmarkt“. Stattdessen müssten „regionale Spitzenprodukte und lokale Strukturen“ gefördert werden. Eine von der Bundesregierung befürwortete Branchenorganisation müsse „die Milcherzeuger stärken, nicht die Molkereien“, fordert Ostendorff. Die nachträgliche Festsetzung der Erzeugerpreise durch die Molkereien bezeichnet er als Skandal. Sie führe zu einer einseitigen Abwälzung des Marktrisikos auf die Milchbauern. Ostendorff: „Wir müssen die Milcherzeuger stärken, indem wir die Kopplung von Lieferbedingungen und Mitgliedschaften in den Genossenschaften lockern.“