Um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen, müssen sich landwirtschaftliche Unternehmen professioneller am Arbeitsmarkt aufstellen und für potenzielle Mitarbeiter attraktiver werden. So lautet das Fazit einer Studie, bei der ein Team um Prof. Rainer Kühl von der Universität Gießen mit Unterstützung der Edmund-Rehwinkel-Stiftung der Landwirtschaftlichen Rentenbank Möglichkeiten zum Umgang mit der drohenden Fachkräftelücke untersucht hat. Die Autoren stellen darin fest, dass die Landwirtschaft nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung einen zunehmenden Fachkräftemangel verzeichnet. Laut den Gießener Agrarökonomen ist es daher aus Branchensicht wichtig, den relevanten Zielgruppen eine möglichst positive Arbeitgeberidentität zu vermitteln. Beim sogenannten „Employer Branding“ gehe es insbesondere darum, dass der landwirtschaftliche Arbeitgeber für sich und seinen Betrieb eine Marke aufbaue, die sich vom Angebot der Wettbewerber abhebe und dem potenziellen Kandidaten einen subjektiven Nutzen verspreche. Nach den Ergebnissen der Befragung von Berufsschülern in handwerklich-technischen Ausbildungsberufen sind aus Sicht möglicher Interessenten die technische Ausstattung des Betriebs, das Arbeitsklima, das Gehalt und die Arbeitszeiten von besonderer Bedeutung bei der Beurteilung eines landwirtschaftlichen Betriebs als Arbeitgeber.