38 - Große Sorge wegen ASP in Belgien

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Nachweis der Tierseuche bei Wildschweinen im Nachbarland – Infektionsort nur 60 km von deutscher Grenze entfernt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) rückt Deutschland gefährlich nahe. In der südbelgischen Gemeinde Étalle im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg und Belgien, nur 60 km von der deutschen Grenze entfernt, wurde am Donnerstag vergangener Woche bei zwei verendeten Wildschweinen die gefährliche Tierseuche festgestellt. ASP-Ausbrüche hatte es zuvor nur in Osteuropa gegeben.

Im ständigen Austausch

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hob hervor, dass sie die „neue Situation sehr ernst nehme“ und im ständigen Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission stehe. Die ASP stelle seit Längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar, und die Vorbereitungen für den Krisenfall liefen. Auch die rechtlichen Instrumente lägen vor, um die ASP zu bekämpfen. Die Ministerin wies da­rauf hin, dass sie bereits im Juni ein Gesetz auf den Weg gebracht habe, mit dem die bestehenden Maßnahmen ergänzt würden, und ein Ausbruch der ASP bei Wildschweinen noch effektiver bekämpft werden könne. Das Gesetzesvorhaben stehe kurz vor dem Abschluss.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, machte deutlich, dass die Schweinehalter in Deutschland alarmiert und äußerst besorgt seien. Es müsse in den Betrieben jetzt noch mehr auf konsequente Hygienemaßnahmen geachtet werden, um die Bestände zu schützen. „Die auf den Weg gebrachten zusätzlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der ASP sind richtig und müssen deshalb auch schnellstmöglich gesetzgeberisch umgesetzt werden“, forderte Rukwied.

In NRW gut gerüstet

Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser stellte besorgt fest, dass die ASP nun auch im Westen Europas angekommen und nur noch 120 km von der Landesgrenze entfernt sei. „Wir sind in Nordrhein-Westfalen gut gerüstet“, betonte die Ministerin. In NRW wurden eine Reihe an Sofortmaßnahmen getroffen (siehe Kasten).

RLV fordert stärkere Wildschweinebejagung

Mit großer Beunruhigung hat der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV) auf den jüngsten ASP-Fall im Nachbarland reagiert. Durch die räumliche Nähe sei die Gefahr einer Einschleppung „jetzt sehr real“. Der Verband riet den Schweinebetrieben zur strikten Hygiene und Aufklärung ihrer Mitarbeiter. Betriebsleiter und ihre Arbeitskräfte sollten betroffene Regionen unbedingt meiden und die Jäger bei der Desinfektion nach Jagdreisen gewissenhaft sein. Der RLV plädierte für eine stärkere Wildschweinebejagung im Grenzgebiet, notfalls auch in Naturschutzgebieten. Zwar sei die Krankheit für Menschen ungefährlich, könne aber für die Landwirte existenzbedrohend sein. Im Falle eines ASP-Ausbruches sollen die Verbraucher laut RLV über die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Schweinefleischs aufgeklärt werden.

Das ASP-Geschehen in Belgien scheint sich weiter auszuweiten. Über das Wochenende wurden drei weitere Wildschweine, die an der ASP verendet sind, gefunden. Seuchenexperten gehen davon aus, dass sich die Zahl der ASP-verendeten Wildschweine noch sehr deutlich erhöhen wird. Die belgischen Behörden haben jedenfalls ein gefährdetes Gebiet eingerichtet, das 63 000 ha umfasst. Mit sofortiger Wirkung wurde in diesem Gebiet ein Fahrverbot verhängt, alle Jagd- und Forstaktivitäten sind ab sofort untersagt. Darüber hi­naus wird aktuell über die Einrichtung einer sogenannten Risikozone entschieden, die nach dem Vorbild Tschechiens dazu dienen soll, infizierte Tiere zu isolieren. AgE/el