38 - Landwirte sollen für Treibhausgase zahlen

In Neuseeland setzt die oppositionelle Labourpartei mit ihrer Spitzenkandidatin Jacinda Ardern im Schlussspurt des Wahlkampfes auch auf das Thema Klimaschutz. Bis 2050 solle Neuseeland ein CO2-neutrales Land sein, kündigte Ardern, der Chancen eingeräumt werden, die Regierung des amtierenden Premierministers Bill English von der Nationalpartei abzulösen, vergangene Woche an. Dazu müsse auch die Landwirtschaft, die aufgrund des Ausstoßes von Methan- und Lachgas für fast die Hälfte der neuseeländischen Treibhausemissionen verantwortlich sei, einen Beitrag leisten und in den Emissionshandel einbezogen werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf gab es bereits in 2008. Laut Ardern soll die Landwirtschaft ab 2020 für Treibhausgasemissionen zahlen, wobei zu Beginn nur 10 % des Verschmutzungspreises zu entrichten sei, sich dieser Anteil dann aber sukzessiv erhöhe. Der neuseeländische Bauernverband (FFNZ) erklärte dazu, dass auch die Farmer den Klimaschutz voranbringen wollten, die Einbeziehung in den Emissionshandel dafür aber der falsche Weg sei. Dies würde die Tierhalter im ersten Jahr mindestens 83 Mio. NZ$ (51 Mio. €) und in der Endstufe 830 Mio. NZ$ (510 Mio. €) kosten und einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Konkurrenten am Weltmarkt bedeuten.