39 - Le Foll in der Pflicht

Auf die offenbar teils erheblichen finanziellen Probleme der Ackerbauern in Frankreich hat der dortige Getreideerzeugerverband (AGPB) hingewiesen. Der Verband appellierte an Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll, den Landwirten Hilfestellung zu geben. „Es ist für die Ackerbauern nicht möglich, die jetzt anstehenden Arbeiten für die Ernte 2017 durchzuführen“, beklagte der AGPB in einer Presseverlautbarung. Es falle den Landwirten derzeit schwer, ihre Kreditverpflichtungen zu bedienen sowie die Steuer- und Sozialabgaben zu leisten. Die in dem Verband zusammengeschlossenen Getreide- und Ölsaatenerzeuger bemängelten, dass noch keine konkreten Hilfsmaßnahmen vorlägen, obwohl die Regierung bereits Unterstützung zugesagt habe. Ende Juli hatte Le Foll angesichts der sich damals abzeichnenden schlechten Getreideernte allgemeine steuerliche Erleichterungen, die Verschiebung der Zahlungstermine für Sozialabgaben sowie besondere Maßnahmen zur beschleunigten Mehrwertsteuererstattung und Nachlässe bei der Grundsteuer in Aussicht gestellt. Genauere Einzelheiten hierzu will Le Foll Ende September bekanntgeben. Der AGPB drängt gemeinsam mit dem französischen Bauernverband (FNSEA) auf die Umsetzung eines Bürgschaftsprogramms für Darlehen, die Anerkennung der Witterungsschäden in den landwirtschaftlichen Kulturen als Klimakata­strophe sowie auf Steuersenkungen für die Bauern und Änderungen der Sozialversicherungsgrundlage der Betriebe. Darüber hi­naus pochen die Verbände auf finanzielle Hilfen der EU.