Die Zuckerproduktion in der Europäischen Union wird nach dem Quotenausstieg bei günstigen Weltmarktpreisverhältnissen zwischen 2 % und 17 % steigen. Sie wird jedoch bei niedrigem Weltmarktpreisniveau um 9 % zurückgehen. Das geht aus Simulationsrechnungen des Thünen-Instituts (TI) für Marktanalyse hervor, deren Ergebnisse Marlen Haß vergangene Woche in Bonn vorstellte. Danach dürfte die EU-Isoglukoseerzeugung in jedem Fall deutlich ausgeweitet werden. Dabei steigern die wettbewerbsfähigsten Mitgliedstaaten ihre Erzeugung unabhängig vom Weltmarktpreisniveau; wenig wettbewerbsfähige EU-Länder werden ihre Produktion dagegen auch bei hohen Weltmarktpreisen einschränken. Nach den Ausführungen von Haß wird die europäische Zuckerproduktion mit Aufhebung der Produktionsquoten nahezu ausschließlich auf dem EU-Binnenmarkt abgesetzt. Importe aus Drittländern mit präferenziellem Zugang würden verdrängt. Bei hohen Weltmarktpreisen werde die EU von Nettoimporteur zum Nettoexporteur von Zucker.