Eine Steuer auf Pflanzenschutzmittel würde die Ziele ihrer politischen Befürworter in weiten Teilen durchkreuzen. Zu diesem Schluss kommt der Göttinger Agrarökonom Prof. Oliver Mußhoff nach einer Analyse der Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig zur „Einführung einer Abgabe auf Pflanzenschutzmittel in Deutschland“. Laut Mußhoff bestünde die Konsequenz einer solchen Abgabe in einer Ausweitung des Maisanbaus in Deutschland und einem Erlösrückgang im ÖkoLandbau. Der Forscher begründet die erste dieser Schlussfolgerungen mit dem geringeren Bedarf an Pflanzenschutzmitteln beim Anbau von Silo- und Körnermais. Diese Kulturen würden infolge dessen begünstigt, Speisekartoffeln, Winterraps oder Winterweizen dagegen benachteiligt. Der Druck auf die Öko-Bauern würde nach den Annahmen des Agrarökonomen dann zunehmen, wenn mehr Betriebe als beabsichtigt die Steuer zum Anlass für die Umstellung nähmen. Das steigende Angebot sorge dann für sinkende Preise; gleichzeitig müsse der vorgesehene Etat für Öko-Prämien auf mehr Empfänger verteilt werden.