Auf die europäische Wasserwirtschaft könnten Zusatzkosten von mehr als 110 Mrd. € zukommen. Diese Summe nannte zumindest der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Martin Weyand, für die Einführung einer zusätzlichen, vierten Reinigungsstufe in Kläranlagen, um Rückstände zu bekämpfen. Allein in Deutschland würde die Ausstattung aller Kläranlagen gut 37 Mrd. € kosten. Begründet wird diese Maßnahme mit einer zunehmenden Belastung der Gewässer mit Rückständen von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln und Bioziden. Der Verbandsvertreter berief sich auf eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Institutes für Wasserforschung. Weyand mahnte eine umfassende Gesamtstrategie an, die insbesondere auf die Vermeidung der Einträge abstellen müsse. Stoffe, die gar nicht erst in die Kanalisation gelangten, müssten anschließend auch nicht mit hohem Aufwand entfernt werden. Notwendig sei, eine Strategie umzusetzen, die auf strengere Anforderungen bei der Zulassung, der Anwendung, der Substitution kritischer Stoffe durch ökologisch-abbaubare Produkte und einer transparenten Entsorgung für die Bürger durch Rücknahmesysteme oder Verbrennung setze.