41 - Ein voller Erfolg

Drei Tage, 30 000 Besucher, 500 Kinder, die in geführten Touren Wissen rund um moderne Landwirtschaft erlebten. Der ErlebnisBauernhof in Bonn zog von Donnerstag bis Samstag unglaublich viele Menschen an. Die Stimmung war super, das Interesse groß.

Andrea Hornfischer

Am Donnerstagmorgen um halb zehn tummelten sich schon 250 kleine Kinder, mit einem Stift und Papier gewappnet, auf dem Bonner ErlebnisBauernhof und zogen von Stand zu Stand. Sie nahmen an einer Lernort-Bauernhof-Führung teil, bei der sie auch Landwirtschaft praktisch ausprobierten mit Butterschütteln, Gemüse-Erriechen und vielem mehr. Und Freitag dann nochmal so viele Kinder. Die Stimmung auf dem ErlebnisBauernhof in Bonn war klasse! Der Berufsstand kann stolz behaupten: „In den drei Tagen haben wir viele Menschen erreicht, wir sind mit vielen Bürgern ins Gespräch gekommen.“ Und genau darum geht es ja: Den Bürgern etwas über Landwirtschaft zu vermitteln, die in volle Supermarktregale greifen, aber nie darüber nachdenken, wo die Lebensmittel eigentlich herkommen.

Dass der ErlebnisBauernhof im Rheinland so eine erfolgreiche Aktion war, liegt vor allem an dem hervorragenden Zusammenspiel der Partner. Im Rheinland können sich die Organisationen aus den vor- und nachgelagerten Bereichen aufeinander verlassen. Und so war der Bonner ErlebnisBauernhof mit 29 Partnern einer der größten in Deutschland. Von Obst- und Gemüsebauern über Schweine- und Fleischrinderhalter sowie Imker bis hin zu Zuckerrüben- und Kartoffelanbauern sowie -verarbeiter waren alle vertreten. Viele landwirtschaftliche Organisationen, wie die Rheinischen LandFrauen, die Rheinische Landjugend, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Molkereien und UFOP, zeigten die Leistungen der Landwirtschaft auf. So eine große Schau kann man nur hinbekommen, wenn man an einem Strang zieht, und das ist in Bonn sehr gelungen.

Der Ort für die Veranstaltung war perfekt: Denn Bürger, die vom Bahnhof in die Stadt gingen, kamen an dem ErlebnisBauernhof vorbei. Viele Verbraucher und Kinder sahen zum ersten Mal im Leben ein Kalb, ein Ferkel oder ein Küken. Auf dem ErlebnisBauernhof wurde Basiswissen vermittelt. Kinder erfuhren, wie viele verschiedene Sorten Kartoffeln, Äpfel oder Tomaten es gibt. Krumm gewachsenes, regional erzeugtes Gemüse wurde in einer Schnippeldisko gegen die Lebensmittelverschwendung von Koch Markus Haxter live zubereitet. Es war für alle etwas dabei: für Obst und Gemüseliebhaber, Fleischgenießer, aber auch für Veganer und Vegetarier.

Besonders gut kamen neben den echten Landwirten und Landfrauen auch die Agrarscouts an. 25 Agrarwissenschaftler oder Bauerntöchter und -söhne erklärten den Bonner Bürgern die moderne Landwirtschaft – authentischer geht es nicht.

Die Bürger, die nicht auf dem Erlebnisbauernhof waren, erfuhren aus den Medien, was es dort alles zu sehen gab. Es erschienen viele gute Berichte – aber wir kennen es schon von dem ErlebnisBauernhof in Köln: Der WDR berichtete mal wieder nur über „böse Massentierhaltung“ und über Gentechnik. Der WDR-Bericht ist einseitig und wird dem positiven Besucheranstrom nicht gerecht. Auch die AbL hat sich gegen den ErlebnisBauernhof gewendet und verhält sich damit wie eine Oppositionspartei, die aber weder ein eigenes Konzept noch Lösungsvorschläge bietet. Sie sind einfach nur dagegen. Es gibt immer Gruppen, die nicht einmal bereit sind, nach einer Gemeinsamkeit oder Kooperationsmöglichkeit zu suchen. Der Erlebnisbauernhof ist so erfolgreich, weil er so viele verschiedene Interessen verbindet und einen gemeinsamen Nenner für alle landwirtschaftlichen Gruppen bietet: für regionale und saisonale Lebensmittel, gegen Lebensmittelverschwendung, für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen die Entfremdung des Verbrauchers von der Landwirtschaft.

Zehntausende Bürger haben auf dem Erlebnisbauernhof eine positive Erfahrung mit der Landwirtschaft gemacht. Zumindest diese 30 000 werden bei dem nächsten kritischen Fernsehbericht bezweifeln, ob das Gezeigte wirklich so stimmen kann. Denn diese Menschen haben ja ihren Bauern vor Ort, mitten in der Stadt, erlebt und gute Gespräche mit ihm geführt.